58 Milliarden Dollar Chefgehalt: Musk rechtfertigt Rekord-Vergütung

58 Milliarden Dollar Arbeitgebergehalt
Musk rechtfertigt Rekordentschädigung

Von Max Borosky

Ein Kleinaktionär bezweifelt, dass Tesla-Chef Elon Musk insgesamt 58 Milliarden Dollar an Entschädigung verdient haben soll. Angesichts der Unternehmensentwicklung sei dies durchaus gerechtfertigt, argumentieren Unternehmensvertreter. Es ist ihnen egal, ob und wie viel Zeit Musk mit Tesla verbringt.

Laut den Anwälten der Kläger ist dies die höchste Zahlung, die je ein Manager erhalten hat: Das Aktienoptionspaket, das Tesla seinem Chef und Hauptaktionär Elon Musk 2017 zugesprochen hat, ist insgesamt 58 Milliarden Dollar wert, wenn er bestimmte Ziele erreicht hinsichtlich Gewinn, Umsatz und Aktienkurs erreichen würden. Unter anderem dank dieser höchst ungewöhnlichen Zahlung ist Musk nun der reichste Mann der Welt. Und obwohl sich Teslas Aktien bis heute mehr als verzehnfacht haben, freuen sich alle Aktionäre, Musk verteidigt seine Zahlung nun vor Gericht.

Musk bestreitet die Vorwürfe in der Klage. Als das Aktienpaket beschlossen wurde, dachten die Investoren, „dass wir scheitern und bankrott gehen“, sagte er. “Wir waren damals in einer ziemlich schwierigen Lage, wir haben viel Geld verloren”, sagte der Multimilliardär. “Die Überlebenswahrscheinlichkeit war extrem gering.” Die Autoindustrie hat sich lange über Tesla lustig gemacht. „Sie dachten, Elektrofahrzeuge seien ein Witz“, sagte Musk. Den Durchbruch schaffte Tesla erst mit dem enormen Erfolg seines Model 3.

Die Anwälte des Klägers, eines Kleinaktionärs, wehren sich auf mehreren Ebenen gegen das Abfindungspaket. Sie behaupten, dass die Aktionäre, die dem Plan mit der Mehrheit der Stimmrechte zugestimmt haben, vom Tesla-Vorstand, einem Gremium mit ähnlichen Aufgaben wie ein Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens, getäuscht worden seien. Die vermeintlich unabhängigen Vorstände sind in Wahrheit Musks Freunde oder haben geschäftliche Beziehungen zum Tesla-Chef. Diese hätten den anderen Aktionären fälschlicherweise suggeriert, dass die gesetzten Ziele für die milliardenschweren Ausschüttungen ohnehin kaum zu erreichen seien. Tatsächlich hat Tesla einen Großteil dieser Finanzkennzahlen in nur wenigen Jahren erreicht. Der Beschluss von 2017 ist damit hinfällig.

Am wichtigsten ist, dass die Kläger bezweifeln, dass Musk die astronomische Belohnung in dieser Angelegenheit verdient hat. Vor Gericht sagte der damalige Vorsitzende des Vergütungsausschusses des Vorstands, Ira Ehrenpreis, das Vergütungspaket sei geändert worden, um Musk zu motivieren, hochgesteckte Ziele zu erreichen. Dies ist nach Ansicht des Klägers jedoch nicht sehr überzeugend. Die Wertentwicklung seines eigenen milliardenschweren Tesla-Anteils – etwa 21 Prozent im Jahr 2017 – dürfte Musk genug motiviert haben.

Geld für den Mars

Die Vorstandsmitglieder sind den Interessen aller Aktionäre verpflichtet und dürfen daher keine unnötigen Ausgaben zulassen. Daher gehören neben Mosk auch die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder zu den Angeklagten im Prozess.

Statt eines angemessenen Leistungsanreizes vermutet der Anwalt des Klägers ein anderes Motiv hinter der ungewöhnlichen Zahlungsregelung: Die mit ihm befreundeten Vorstände wollten Musk dabei helfen, Milliarden aus dem Konzern abzuzweigen und in sein eigentliches Kernprojekt zu stecken: die bemannte Raumfahrt zum Mars . Musk spricht nicht nur immer wieder öffentlich über seine Vision, die Menschheit zu einer „multiplanetaren Spezies“ zu machen und Flüge zum Mars starten zu wollen. In einer E-Mail an Teslas damaligen Top-Anwalt schrieb Musk, dass er im Rahmen seiner Entschädigungsverhandlungen „das Geld für den Mars verwenden werde, wenn ich erfolgreich bin“.

Einen weiteren Angriffspunkt sehen die Kläger in Musks Arbeitszeiten. Sie bezweifeln, dass Musk, der 2017 bereits die Geschäfte mehrerer anderer Unternehmen leitete, überhaupt ein tatsächlicher Mitarbeiter bei Tesla war. Das Vergütungspaket enthält keine Bestimmungen darüber, wie viel seiner Zeit der CEO Tesla widmen soll. Dies sei im Verfahren nicht thematisiert worden, so der zuständige Geschäftsführer Ehrenfries vor Gericht. Schließlich gab es nie Zweifel am Engagement von Musk, der in der Tesla-Fabrik in Nevada teilweise sogar auf dem Boden schlief.

Noch Zeit für Tesla?

Allerdings hat das Thema Arbeitszeit in den letzten Wochen an neuer Relevanz gewonnen. Aufgrund von Musks Übernahme von Twitter und dem Chaos, das er dort angerichtet hat, scheint es fraglich, ob der Manager sich überhaupt um seine anderen Geschäfte kümmern kann. Er twitterte sogar aus der Zentrale des sozialen Netzwerks: „Werde hier arbeiten & schlafen, bis die Organisation in Ordnung gebracht ist“. Und vor wenigen Tagen hatte er bei einer Veranstaltung am Rande des G20-Gipfels verkündet, er habe “zu viel Arbeit vor sich”.

Dies – während Musk lange intensiv an der inzwischen wieder auf Eis gelegten Übernahme von Twitter arbeitet, während der Aktienkurs von Tesla allein in den letzten zwei Monaten um rund 40 Prozent gefallen ist – mag in die Argumentation der Staatsanwaltschaft einfließen

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