Alle Infos zu den Eurofighter-Standorten in Deutschland

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Erscheinen: Nils Bothmann

Ein Eurofighter Typhoon der Luftwaffe hebt bei Sonnenaufgang vom Fliegerhorst Wittmundhafen ab.
Der Kampfjet Eurofighter Typhoon ist derzeit auf vier deutschen Luftwaffenstützpunkten im Einsatz © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Eurofighter Typhoon-Kampfflugzeuge starteten von vier Luftwaffenstützpunkten in Deutschland. Was sind die Eurofighter-Stützpunkte in Deutschland, wie viele Kampfjets hat die Bundeswehr und auf welche Geschichte können diese Stützpunkte zurückblicken.

Köln – Auch in den Abendstunden führen Eurofighter-Kampfflugzeuge und Tornado-Jagdbomber immer wieder Übungsflüge durch. Einer der Gründe dafür ist die Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich bei Düren. Dies ist einer der vier Stützpunkte in Deutschland, an denen derzeit insgesamt 138 Eurofighter in Deutschland stationiert sind.

Wo sind die Eurofighter in Deutschland?

  • Laage (Mecklenburg-Vorpommern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2004 (Tactical Air Force Squadron 73)
  • Neuburg/Donau (Bayern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2006 (Tactical Air Force Squadron 74)
  • Nörvenich (NRW): Eurofighter-Stützpunkt seit 2009 (Tactical Air Force Squadron 31)
  • Wittmund (Niedersachsen): Eurofighter-Stützpunkt seit 2013 (Tactical Air Force Squadron 71)

Wie viele Eurofighter gibt es in Laage? (Mecklenburg-Vorpommern)

Ein Eurofighter des 71st Steinhoff Tactical Air Force Squadron der Deutschen Luftwaffe startete vom Stützpunkt Laage.
Das taktische Luftwaffengeschwader 71 „Steinhoff“ auf dem Stützpunkt Laage in Deutschland erhielt als erster einen Eurofighter © Björn Trotsky/imago
  • Eröffnet: 1984 (zivilisiert: 1992)
  • Anzahl Eurofighter: 35
  • Zahl der Soldaten: 920
  • Zahl der Beamten: 140

Der 28 Kilometer südöstlich von Rostock gelegene Flughafen wurde 1984 von der Nationalen Volksarmee (NVA) in der DDR betrieben. Nach der Fusion wurde die Air Force der neue Gastgeber des Luftwaffenstützpunkts. 1992 kam eine weitere Neuerung hinzu: Der Flughafen wurde nicht nur militärisch, sondern auch zivil genutzt. Von 1994 bis 2005 war der Flughafen Rostock-Laage, wie der Zivilflughafen genannt wird, Teil des Nachtflugprogramms der Deutschen Post. Vor allem aber fungiert er als auf internationale Flüge spezialisierter Passagierflughafen. Im Jahr 2018 beförderte sie fast 300.000 Passagiere.

Seit 1994 ist das 73rd Tactical Air Force Squadron auf der Laage Air Base stationiert. 1997 erhielt es den Namen “Steinhoff”, nach dem 1994 verstorbenen Luftwaffengeneral Johannes Steinhoff. Zunächst setzte sie – als einzige Staffel der deutschen Luftwaffe – sowjetische MiG-29-Kampfflugzeuge aus NVA-Beständen ein.

2004 wurde das Jagdgeschwader erstmals mit dem damals neu erworbenen Eurofighter Typhoon ausgerüstet. Dieses Geschwader verfügt derzeit über 35 Eurofighter; Unter den Beschäftigten sind 920 Soldaten und 140 Zivilangestellte. Neben der „Weapons School Air Force“ gibt es 2019 auch eine Ausbildungseinheit auf der Laage Air Base.

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Betreiber des 500 Hektar großen Verkehrsflughafens ist die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH. Zum Vergleich: 2018 beschäftigt sie 107 Festangestellte, 69 Teilzeitkräfte und vier Ausbilder.

Wie viele Eurofighter gibt es in Neuburg? (Bayern)

Das Willkommensschild am Fuße von Neuburg lautet
„Welcome to Fightertown Neuburg“ begrüßt die Besucher des Fliegerhorsts in Bayern © imago/Björn Trotsky
  • Eröffnet: 1936 (Wiedereröffnet: 1961)
  • Anzahl der Eurofighter: 45
  • Zahl der Soldaten: 935

Der Fliegerhorst Neuburg, manchmal auch als Fliegerhorst Zell bekannt, wurde 1935 während der Nazizeit von der Wehrmacht gebaut und im folgenden Jahr eröffnet. Zunächst diente es hauptsächlich als Flugschule, aber während des Zweiten Weltkriegs begannen auch Kampfeinheiten von dem ständig wachsenden Flughafen aus zu operieren. Im März 1945 wurde das Gelände durch Bombenangriffe der Alliierten fast vollständig zerstört. Nach dem Beschluss zur Wiederaufrüstung Deutschlands und der Aufstellung der Bundeswehr 1955 wurde der Flughafen 1961 wiedereröffnet.

Seitdem ist dort das 74. Tactical Air Force Squadron stationiert; Lediglich von Frühjahr 2014 bis Herbst 2015 musste die Einheit aufgrund von Pistensanierungen vorübergehend auf den Fliegerhorst Lechfeld umziehen. Die F-86K „Sabre“, F-104G „Starfighter“ und F-4F „Phantom“ flogen zuerst in Neuburg, bevor das Geschwader 2006 den Eurofighter Typhoon als zweiten in Deutschland erhielt.

Eurofighter: Große Alarmteams sind in Neuburg und Wittmund stationiert

Taktische Luftwaffe 74 (Süd) und Taktische Luftwaffe 71 (Nord) stellen jeweils zwei Eurofighter – Alarmeinheiten – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr zum Schutz des deutschen Luftraums zur Verfügung. Kommt es beispielsweise zu Zwischenfällen im Luftraum von Deutschland oder erreicht ein Flugzeug das Flugzeug nicht per Funk, heben die Kampfjets ab. Ihre Aufgabe ist es, die Situation zu klären. Sie stellt bei Bedarf Flugzeuge und Personal für die NATO-Eingreiftruppe NRF (NATO Response Force) oder andere vom Bundestag autorisierte Auslandseinsätze.

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Bei Bedarf stellt die Taktische Luftwaffendivision auch 73 Kampfflugzeuge als Bereitschaftstrupp speziell für den ostdeutschen Luftraum zur Verfügung. Alternative Standorte für das Alarmteam sind in Nörvenich bei Köln und in Laage bei Rostock. Von 2012 bis 2016 war die Alarmgruppe zuvor in Nörvenich angesiedelt. Die Alarmgruppe Nord starte nun “aufgrund von Bauarbeiten” am Standort Wittmund vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 “Steinhoff”, teilt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite mit. (ab 18.11.2022)

Wie viele Eurofighter gibt es in Nörvenich? (Nordrhein-Westfalen)

Informationstafel des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 Boelcke an der Zufahrtsstraße zum Fliegerhorst Nörvenich
Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ stationiert auf dem Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen © Martin Schroeder/imago
  • Beginn: 1954
  • Anzahl Eurofighter: 30
  • Zahl der Soldaten: 907
  • Zahl der Beamten: 227

Der Luftwaffenstützpunkt wurde ursprünglich als Basis für die Royal Air Force der britischen Besatzungstruppen errichtet. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 1953 und die Briten nahmen es im August 1954 in Betrieb. Nach der deutschen Neuordnung und Bildung der Bundeswehr übergab die Königlich Deutsche Luftwaffe den Stützpunkt im Dezember 1955 an das Bundesministerium der Verteidigung. Die Einrichtung einer Dienststelle für die 1. Luftwaffen-Ausbildungskompanie am 1. Dezember 1955 gilt als Geburtsstunde der deutschen Luftwaffe.

Am 20. Juni 158 wurde das Jagdbombergeschwader 31 in Dienst gestellt. 1961 erfolgte die Umbenennung in „Boelcke“, nach dem Jagdflieger und Luftkampfstrategen Oswald Boelcke, der im Ersten Weltkrieg diente. Nach der Indienststellung mit 50 F-84F Thunderstreaks wechselte das Geschwader 1961 zum Starfighter und dann zum Tornado-Bomber. Diese wurde 2010 in Nörvenich ausgemustert, nachdem die Staffel mit dem Eurofighter Typhoon am 15. Dezember letzten Jahres gebildet worden war. 2022 wurden Tornado-Kämpfer jedoch wieder nach Nörvenich verlegt.

Im Jahr 2013 wurde das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ in das Taktische Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ geändert. Geschwaderpersonal hat zuvor in UN- und NATO-Missionen in Übersee gedient.

Wie viele Eurofighter sind in Wittmund stationiert? (Niedersachsen)

Ein Eurofighter der Luftwaffe hebt vom Fliegerhorst Wittmund ab
Seit 2013 fliegen Piloten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ in Eurofighter-Typhoon-Maschinen © Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Beginn: 1963
  • Anzahl Eurofighter: 28
  • Zahl der Soldaten: 887
  • Zahl der Beamten: 260
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Der Flughafen Wittmund wird manchmal auch als Wittmundshafen oder Wittmundshaven bezeichnet, da er ursprünglich von der Marine betrieben wurde, die dort 1911 mit dem Bau eines Streifens für Luftschiffe begann. Nach der Auflösung der Luftschifftruppen in den 1920er Jahren wurden die Gebäude abgerissen und das Gelände in Ackerland umgewandelt, bevor das Gelände 1938 zu einem Flugplatz umgebaut wurde. Ab Ende der 1940er Jahre nutzte die Wehrmacht den Stützpunkt im Zweiten Weltkrieg, bevor im März 1945 Bombenangriffe das Gebiet verwüsteten.

1950 begannen die britischen Besatzungstruppen an gleicher Stelle mit dem Bau eines neuen Flugplatzes für die Royal Air Force, der 1963 an die deutsche Bundeswehr übergeben wurde. Am 26. April 1963 wurde dort das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ stationiert, benannt nach Manfred von Richthofen, Spitzname „Der Rote Baron“. Seinen Spitznamen erhielt das Geschwader am 21. April 1961, anlässlich des 43. Todestages des Flugstocks.

Die Staffel flog zunächst den Sabre (1958–1963), dann den Starfighter (1963–1973) und 40 Jahre lang den Phantom (1973–2013), bevor sie 2013 zum Eurofighter wechselte. Am 30. September desselben Jahres wurde das Geschwader 71 „Richthofen“ aufgelöst und am 1. Oktober als Taktische Luftwaffengruppe „Richthofen“ als Teil des Außenbordgeschwaders 31 „Boelcke“ der Taktischen Luftwaffe gegründet. Die Einheit blieb in diesem Status bis zum 1. Juli 2016, als sie zum 71. Taktischen Luftwaffengeschwader “Richthofen” zurückkehrte.

Seitdem wurde auch der Luftwaffenstützpunkt modernisiert; Die Bauarbeiten sollen 2024 abgeschlossen sein, die restlichen Arbeiten bis 2030. Auch zivile Flugzeuge des kanadischen Unternehmens Top Aces sind in Wittmund stationiert und unterstützen die Bundeswehr bei der Luftkampfausbildung. (nbo) Präzise und unabhängig über das Geschehen in Deutschland und NRW informieren – abonnieren Sie hier unseren kostenlosen Newsletter 24RHEIN.

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