Balanceakt für deutsche Handballerinnen – Sport

Für die deutschen Handballerinnen beginnt am Samstag die EM in Montenegro, und niemand weiß genau, was ihnen dort am meisten zu schaffen macht: die drei Quali-Rivalen Polen, Montenegro und Spanien oder die jüngsten Turbulenzen in der Branche. Kürzlich wurde bekannt, dass Handballer in Blomberg, Metzingen und Dortmund im Laufe der Jahre unter psychologischen Repressalien von Vereinstrainer André Fuhr litten. zwischen Spiegel Es gab Neuigkeiten über „Psychoterrorismus im Frauenhandball“ und das ist natürlich ein Thema, das während der EM-Vorbereitung aufgekommen ist.

Die deutsche Spielführerin Emily Bölk, die für Ferencvaros Budapest spielt, ist auch die Athleten-Vertreterin im Deutschen Handballbund (DHB) und daher in doppelter Sorge um alle Spieler und besonders um die, die unter offensichtlichem Psychoterror leiden. „Mir ist sehr wichtig, dass sich alle Spieler bei uns wohlfühlen und die Freiheit haben, die beste Leistung auf den Platz zu bringen“, sagt er. Der 24-Jährige tauschte sich mit Athletes Germany, dessen Anlaufstelle gegen Gewalt die Nationalspielerinnen Amelie Berger und Mia Zschocke sind, sowie mit DHB-Präsident Andreas Michelmann aus. „Ich bin auch ein enger Verwandter von Amelie und Mia“, sagt Bölk, „ich unterstütze sie und biete ihnen meine Hilfe an.“ Obwohl Zschocke Teil des EM-Teams ist, erholt sich Berger noch von seinem Kreuzbandriss und bleibt zu Hause.

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Raum für Gespräche – Voraussetzung für die Verarbeitung von Erlebtem

Bölk berichtete, er sei nach der Hälfte der EM-Vorbereitung erleichtert. „Im Training ist das keine große Sache, wir können uns ganz gut auf die EM konzentrieren und ich habe nicht das Gefühl, dass jemand blockiert spielt.“ Er gehe davon aus, dass alle offen mit dem Problem umgehen und „das ist auch für die Betroffenen wichtig, um das Problem verarbeiten zu können“. Bölk teilt sich das Kapitänsamt der Nationalmannschaft mit Alina Grijseels, die beim Bundesligisten Borussia Dortmund spielt, wo bis vor kurzem Trainer Fuhr arbeitete, und deren Verhalten Berger und Zschocke zurückgelegt haben. Zschocke spielt jetzt beim norwegischen Klub Storhamar, Berger beim Bundesligisten Bensheim/Auerbach. Der Führ wurde entlassen.

Neben Zschocke und den Dortmundern Grijseels und Lisa Antl haben auch Johanna Stockschläder, Isabell Roch, Xenia Smits und Maren Weigel von der deutschen EM im Laufe ihrer Karriere unter Fuhr gespielt. Allerdings sagt Bundestrainer Markus Gaugisch, dass seines Wissens nach keiner der Spieler außer Zschocke direkt von den Ereignissen betroffen war.

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Grijseels aus Dortmund berichtet aus dem BVB-Alltag: „Ich war persönlich nicht beeindruckt, ich habe nicht miterlebt, was Amelie und Mia zu sagen hatten. Aber es ist auch ein schockierendes Thema für mich.“ Als Co-Kapitän fühlt sich Grijseels für die Gesundheit aller Spieler bei der Vorbereitung auf die Europameisterschaft verantwortlich. “Uns wurde Raum für Verhandlungen gegeben”, sagt er, “aber ich glaube nicht, dass das Thema unsere Vorbereitungen auf die EM beeinflusst hat.”

Auch der DHB reagiert: Einrichtung einer unabhängigen Kommission

Der DHB will eine externe und unabhängige Kommission einrichten, die sich mit diesen Angriffen befasst und ähnliche Aktionen verhindert. Erfahrene Experten haben dies bereits anerkannt, darunter Carmen Borggrefe, Leiterin des Lehrstuhls für Sportsoziologie und Sportmanagement an der Universität Stuttgart, und Christian Pfeiffer, ehemaliger Direktor des Niedersächsischen Kriminologischen Forschungsinstituts. Die Kommission wird ihre Arbeit nach der Europameisterschaft aufnehmen.

Grijseels lobt diese Schritte: „Für uns Spieler ist es wichtig zu sehen, dass der Verband das Thema ernst nimmt; ich denke, das ist der richtige Weg, eine unabhängige Kommission zu gründen.“ Ähnliches sagt Bölk: „Ich stehe in sehr gutem Kontakt mit Präsident Andreas Michelmann und es gibt uns ein gutes Gefühl, dass daran gearbeitet wird.“ Bölk hält das Thema für „total schwierig, erfordert aber im Moment mehr Aufmerksamkeit. Wichtig ist, dass alle Betroffenen gehört und Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden“.

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Das Team fliegt am Donnerstag nach Podgorica und versucht sich mit Gruppenspielen gegen Polen am Samstag, Montenegro am Montag und Spanien am Mittwoch eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde zu verschaffen. Auch Bundestrainer Gaugisch lobte vor seinem Abgang den Umgang der Spieler mit dem Thema. Er erlebt das sehr konstruktiv und sagt: „Wir versuchen, all die Eindrücke aufzunehmen, die Sie in den letzten zwei Wochen berührt haben.“ Von regelmäßigen und teils systematischen Angriffen auf Spieler, die es schon seit vielen Jahren geben soll und die auch in der Branche an der Tagesordnung stehen, will Gaugisch nichts hören. „Ich bin seit zwei Jahren Bundesliga-Trainer“, sagt er, „von systematischen Prozessen hatte ich keine Ahnung.“

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