Commerzbank hält Kurs auf Milliardengewinn

Zinserhöhungen in der Eurozone und Umstrukturierung des Konzerns treffen die Commerce Bank. Zinserhöhungen in der Eurozone und Umstrukturierung des Konzerns treffen die Commerce Bank.

Zinserhöhungen in der Eurozone und Umstrukturierung des Konzerns treffen die Commerce Bank.

Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Zinserhöhungen in der Eurozone und Umstrukturierung des Konzerns treffen die Commerce Bank. Trotz der Schwierigkeiten in Polen setzt sich das Institut für die kommenden Jahre ehrgeizigere Ziele.

DTrotz eines Umsatzrückgangs im dritten Quartal sieht sich die Commerzbank für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro konfrontiert. Steigende Zinsen lassen Vorstandschef Manfred Knopf, der 2021 die Restrukturierung übernimmt, positiver auf die kommenden Jahre blicken. In den ersten neun Monaten hat das Institut trotz der hohen Belastung in Polen bereits insgesamt 963 Millionen Euro verdient, das ist mehr als von Experten erwartet.

„Wir haben große Fortschritte bei der Umsetzung unserer „Strategie 2024“ gemacht und sind auf Kurs, unsere Ziele zu erreichen“, sagte Knopf. Damit ist die Commerzbank in einem schwierigen Umfeld widerstandsfähiger geworden. Dank höherer Zinsen und eines verbesserten Verbrauchergeschäfts dürften die Erträge in den kommenden Jahren stärker als erwartet steigen. Bis 2024 soll der Umsatz des Instituts auf zehn Milliarden Euro steigen – fast eine Milliarde mehr als bisher geplant. Der Großteil der zusätzlichen Einnahmen dürfte jedoch für höhere Ausgaben ausgegeben werden.

Das Management rechnet in diesem Jahr mit weiteren Ausgaben in Höhe von 6,4 Milliarden Euro. Bis 2024 werden sie jedoch vor allem inflationsbedingt nur noch auf 6 Milliarden Euro statt 5,4 Milliarden Euro sinken. Allerdings steigt das operative Ergebnis dann auf rund 3,2 Milliarden Euro – und damit rund 200 Millionen mehr als bisher geplant. Branchenexperten gingen jedoch kürzlich von durchschnittlich 3,4 Milliarden auf dem Zettel aus.

In diesem Jahr sieht Finanzvorstand Bettina Orlop die Commerzbank mit einem Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro auf der „Zielgeraden“. “Wir haben die Dividendenzahlung weiterhin fest im Blick.” Der Zinsüberschuss soll 2022 auf mehr als sechs Milliarden Euro steigen. Die Risikovorsorge für notleidende Kredite soll den Angaben zufolge rund 700 Millionen Euro betragen. Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern will das Institut die Kunden nicht mit Teaser-Angeboten und hohen Zinsen locken. Allerdings würden die Zinsen in den kommenden Wochen und Monaten dynamischer werden, sagte Orlop.

Im dritten Quartal belasteten jedoch bereits bekannte Belastungen im Zusammenhang mit einem umstrittenen Schweizer-Franken-Darlehen bei der polnischen Tochter mBank Umsatz und Gewinn des MDax-Konzerns. Hinzu kommen gesetzlich vorgeschriebene Zins- und Tilgungsstundungen. Bei der Commerzbank belaufen sich beide Posten auf rund 750 Millionen Euro.

In der Folge sanken die Erträge – also die gesamten Erträge des Commerzbank-Konzerns – um rund sechs Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. „Ohne die erwähnten Sonderbelastungen in Polen hätte der Vorjahreswert mehr als ein Viertel betragen“, schreibt das Institut. Im Gesamtjahr dürfte die mBank belastungsbedingt im Minus bleiben.

Mit 84 Millionen Euro hat das Frankfurter Geldhaus im Vorjahreszeitraum fast viermal so viel Geld für drohende Kreditausfälle bereitgestellt. Unter dem Strich verdiente die Commerzbank mit 195 Millionen Euro etwa die Hälfte des Vorjahreswerts.

Knopf, der die Gruppe Anfang 2021 leitet, hat sich durch einen Sparkurs radikalisiert. Mit dem Abbau von insgesamt rund 10.000 Vollzeitstellen sieht sich das Institut im Plan. Der Verlust von rund 8.350 Arbeitsplätzen vor allem in Deutschland ist damit weitgehend verkraftbar. 1.100 Vollzeitstellen werden in den kommenden Quartalen vor allem im Ausland abgebaut.

In Deutschland geht die Commerzbank hart gegen Kostensenkungen in den Filialen vor. Statt auf 450 Standorte setzte der Vorstand zuletzt auf gut 400 Filialen bundesweit. Vor Beginn der Pandemie verfügte das Institut mit etwa 1.000 Standorten über ein relativ dichtes Filialnetz in Deutschland.

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