Commerzbank will Ex-Bundesbankchef als Aufsichtsratschef

Übernimmt das Amt des Chief Controllers bei der Commerzbank: Jens Weidmann. Übernimmt das Amt des Chief Controllers bei der Commerzbank: Jens Weidmann.

Übernimmt das Amt des Chief Controllers bei der Commerzbank: Jens Weidmann.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Bei der Commerzbank steht ein überraschender Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats an: Der frühere Bundesbankpräsident Jens Weidmann wird im Frühjahr 2023 Chefcontroller des teilverstaatlichten Instituts.

DDie Commerzbank bekommt ihren vierten Aufsichtsratsvorsitzenden in drei Jahren – diesmal einen ganz wichtigen: Der frühere Bundesbankpräsident Jens Weidmann (54) übernimmt nach der Hauptversammlung am 31. Mai das Amt des Chefcontrollers. 2023.

Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Gottschalk, 71, der erst seit April 2021 im Amt ist, hat sich aus Altersgründen gegen eine Wiederwahl entschieden und in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium Weidmann als seinen Nachfolger als Frankfurt amDAX vorgeschlagen Gruppe. Das wurde am Samstagabend überraschend bekannt.

Weidmann kennt die Commerzbank aus schwierigen Zeiten: Weidmann war einer der Top-Berater der damaligen Bundeskanzlerin Angela, als das Institut mit der Übernahme der Dresdner Bank 2008/2009 in der Finanzkrise steckte und durch milliardenschwere Steuern vor dem Zusammenbruch gerettet werden musste. Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Kanzleramt Merkel (CDU). Der gebürtige Solingen gehörte zu einer Gruppe von Spitzenbeamten, die Rettungspakete für angeschlagene Banken schnürten. Seit der Finanzkrise ist der Bund mit 15,6 Prozent derzeit größter Einzelaktionär der Commerzbank.

Im Mai 2011 übernahm Weidmann im Alter von 43 Jahren das Amt der Zentralbank in Frankfurt von Axel Weber und ist damit der jüngste Bundesbankpräsident aller Zeiten. Als Mitglied des EZB-Rates warnte Weidmann stets vor übertriebener Geldpolitik („Wir dürfen die Gefahr nicht unterschätzen, dass Zentralbankfinanzierung wie eine Droge süchtig macht.“) und kritisierte die milliardenschweren Anleihekäufe der EZB. Viele sahen Weidman als einsame Stimme.

Wie Weber bekam auch Weidmann keine Chance, auf den Posten des EZB-Chefs berufen zu werden. Wie Weber, der als Verwaltungsratspräsident (bis April 2022) zur Schweizer Grossbank UBS gelockt wurde, dürfte Weidmann nun von einer Bank angeheuert werden.

Weidmann, der promovierte Volkswirt, stellte Ende 2021 die Weichen für einen beruflichen Wechsel: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mehr als 10 Jahre ein guter Zeitpunkt sind, ein neues Kapitel für die Bundesbank aufzuschlagen mich persönlich”, sagte der damalige Bundesbankpräsident, der zum 31.12.2021 seinen Rücktritt ankündigte.

Volker Brühl, Geschäftsführer des Zentrums für Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt, bezweifelt: „Ein ehemaliger Notenbanker hat nicht unbedingt das Profil eines Aufsichtsratsvorsitzenden einer Großbank“, schrieb Brühl auf Twitter.

Weidmann ist in Frankfurt und im politischen Berlin bestens vernetzt. Er konnte für mehr Stabilität an der Spitze des Commerzbank-Aufsichtsrats sorgen: Im Sommer 2020 verließ der damalige Chefcontroller Stefan Schmittmann nach deutlicher Kritik den US-Finanzinvestor Cerberus. Der frühere Landsbanker Hans-Jörg Vetter folgte, musste aber im Frühjahr 2021 aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Als Nachfolger würde die Commerzbank Genossenschaftsbanker Gottschalk überraschen.

Gottschalks Verhältnis zu Commerzbank-Chef Manfred Knopf ist Medienberichten zufolge angespannt, da der Aufsichtsratsvorsitzende stark ins Tagesgeschäft eingebunden ist. Tafel.

Knopf, der Anfang 2021 als Reformer an den Start ging, verschärfte den Sparkurs. Die Commerzbank hat Tausende Stellen gestrichen und Hunderte Filialen geschlossen. Im Jahr 2020 machte das Institut einen Verlust von crores und jetzt ist es wieder im Verlust. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro an, für das Geschäftsjahr 2022 erhalten die Aktionäre erstmals seit 2018 wieder eine Dividende.

„Die Commercial Bank hat in den vergangenen anderthalb Jahren durch die Umstrukturierung des Führungsteams und die Wiederherstellung der Profitabilität des Kerngeschäfts große Fortschritte gemacht und steht heute wieder auf einer starken Basis“, sagte der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Gottschalk. In einer Erklärung am Samstagabend. „Damit hat sie gute Chancen, als eigenständige Kraft im deutschen Bankenmarkt eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft zu gestalten.“

Source

Auch Lesen :  Freitag: AMD mit neuen High-End-Grafikkarten, EU mit neuem Cyber-Zentrum

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button