Corona-Zoff spaltet Deutschland: Sollen Infizierte zur Arbeit gehen dürfen? | Politik

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Sollen Infizierte arbeiten gehen dürfen?

Die ersten Bundesländer schließen die Amtshaftung für positiv Getestete aus! In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein treten die entsprechenden Neuregelungen in Kürze in Kraft.

▶︎ Bedeutet: Eine Person, die hier in der Vergangenheit einen positiven Corona-Test hatte, muss nicht mehr zu Hause isoliert werden. Menschen mit Corona-Virus ohne Symptome können weiterhin zur Arbeit gehen.

Die Meinungen zu der Initiative gehen weit auseinander: Deutschland ist gespalten: In die Verlierer der Corona-Verlierer und die Verteidiger der Abschottungsforderungen – da sind sich selbst die Experten nicht einig.

Virologe Klaus Stöhr (63) sagte gegenüber BILD: „Die Rücknahme der Empfehlung des RKI zum Isolationsgebot ist längst überfällig.“ Denn: Es sei „sinnlos“, „irregulär“ und „nicht mehr mit endemischer Übertragung verbunden“.

Stöhr: „Mit Corona muss man jetzt genauso umgehen wie mit über 200 anderen Atemwegserkrankungen. Da gibt es auch Z. B. Bei Influenza gibt es keine Isolation.“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) reagierte am Freitag mit deutlichen Worten: „Das kommt jetzt zum falschen Zeitpunkt und hat nicht die Zustimmung der Bundesregierung“, sagte er am Freitag. Der Umzug war ein Fehler und führte zu einem „Flickenteppich“ verschiedener Isolationsmaßnahmen in den Ländern.

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▶︎ Virologe Jonas Schmidt-Chanasit (43, Universität Hamburg): „Diesen Vorschlag von vier Bundesländern finde ich aus medizinischer Sicht nachvollziehbar.“ Lockerungen der Isolationspflicht seien “auch in der aktuellen Pandemie sinnvoll”. Mit der Regel “Wenn du krank bist, bleib zu Hause” kommst du die nächsten Monate gut aus.

▶︎ Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt (62) begrüßt die Ankündigung der Aufhebung der Verpflichtung zur Isolierung von mit dem Coronavirus Infizierten. Der “Rheinischen Post” sagte er, “verantwortlich für die Abschottung seien weitreichende freiheitsbeschränkende Maßnahmen, die inzwischen rechtswidrig sind”.

▶︎ Gerald Gass (59), Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, ist anders. Die Lockerung der Isolationspflicht in Krankenhäusern hält er zum Schutz besonders gefährdeter Gruppen für problematisch. „Auch der Arbeitsschutz muss immer bedacht werden und es darf keine Situation geschaffen werden, in der erkrankte Mitarbeiter trotz Symptomen gezwungen werden, zur Arbeit zu gehen“, sagte Gass zu BILD.

Er betont auch: „Grundsätzlich muss man immer eigenverantwortlich handeln, denn die Verantwortung bleibt, sich selbst zu erproben.“

Scharfe Kritik gab es bereits am Freitag von der Stiftung Patientenschutz. Vorstandsmitglied Eugen Brysch: Schützt die Isolationspflicht vor “Folter und Tod”. Darüber hinaus werden versicherte Arbeitnehmer vor „Arbeitsdruck“ geschützt. All diese Fakten haben die Bundesländer nun vom Tisch geräumt.

Und wie Karl Lauterbach warnt er vor einer neuen Maßnahme: „Schließlich überqueren Millionen Reisende jeden Tag nur Landesgrenzen. Da ist es nicht verwunderlich, dass es nur ein paar Schritte sind.“

Nach mehr als zweieinhalb Jahren seit der Pandemie können Bürger bald die Regelkataloge zurücksetzen…

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