Die Preis-Leistungs-Kracher: Mitsubishi Space Star und SsangYong Tivoli Grand

Der Preis-Leistungs-Hit
Mitsubishi Space Star und SsangYong Tivoli Grand

Von Patrick Broich

Underdog-Autos Teil zwei: Nachdem ntv.de den MG5 und Suzuki Swift testen konnte, geht es nun um den günstigen Mitsubishi Space Star und den seltenen Praktiker SsangYong Tivoli Grand. Es ist wichtig herauszufinden, was sie können und was nicht.

Man sollte klein anfangen – und das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. So viel Platz kann der Mitsubishi Space Star mit einer Außenlänge von nur 3,85 Metern eigentlich gar nicht haben. Dieser Mitsubishi ist also ein klassisches Stadtauto, obwohl die Produkte der Marke eher auf dem Land gekauft werden. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Allein von Januar bis Oktober dieses Jahres wurden in Deutschland knapp 14.000 Exemplare zugelassen – als kleiner Importeur muss man da erstmal ran. Space Star war übrigens der Name eines Kompaktvans, den Mitsubishi seit 1998 anbietet – damals einer der Pioniere in diesem Segment. Doch der moderne Weltraumstar kann mehr, als man denkt. Dazu später mehr.

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In knalligen Farben sieht der Weltraumstern cool aus.

(Foto: Mitsubishi)

Man muss es auch schaffen, ein Fahrzeug so günstig anzubieten wie Mitsubishi mit seinem Einstiegsmodell. Der Japaner kostet nur 10.380 Euro und gehört damit zu den günstigsten Neuwagen in Deutschland. Noch günstiger geht es mit dem Dacia Sandero, der sogar die 10.000-Euro-Schwelle unterbietet – aber der Space Star kommt direkt danach.

Und schon beim Einsteigen merkt man, dass der Weltraumstern tatsächlich nicht so schmal wirkt, wie man befürchtet hat. Trotzdem ist er natürlich bodenständig, aber das war zu erwarten. Nach dem Motto, wo wenig ist, kann auch wenig kaputt gehen, finden Sie wunderbare Nostalgieartikel wie Kurbelfenster. Die sind eigentlich ganz okay – unpraktisch wird es nur, wenn man alleine unterwegs ist und das Fenster auf der Beifahrerseite öffnen möchte. Zum Glück ist der Space Star nicht zu breit, sodass man sich ohne weiteres bücken kann.

Space Star funktioniert weitgehend analog und mechanisch

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Jahre später sieht der Mitsubishi Space Star immer noch stylisch aus.

(Foto: Mitsubishi)

Der Space Star ist wunderbar analog, natürlich hat er auch ein entsprechendes Kombiinstrument mit mechanischen Anzeigen. Unter der Haube des Fronttrieblers steckt jetzt nur noch eine Variante des Dreizylinders – jetzt mit 1,2 Litern. Der City Flea hat 71 PS, was für den Hauptzweck ausreicht: nämlich in der Stadt unterwegs zu sein. Wer fleißig schaltet (manuelles Fünfganggetriebe), kommt auch auf der Autobahn durch und wird am Berg von jedem Lkw überholt. Dann wird der Space Star aber auch etwas lauter, was angesichts der Fahrzeugklasse natürlich in Ordnung ist. Natürlich ist er kein Dynamikwunder, schließlich geht es um bodenständige automobile Kost.

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Infotainment ist dem Mitsubishi nicht fremd.

(Foto: Mitsubishi)

Wer ein neues Auto plant, dafür aber nicht viel Budget zur Verfügung hat, kann mit dem Space Star gut leben, schließlich wird er genauso überall wie ein Luxusauto. Und selbstverständlich kann der seit 2012 produzierte mondäne Space Star auf Wunsch auch mit technischen Leckerbissen wie LED-Frontbeleuchtung und einem Navigationssystem mit großem Bildschirm an den Start gehen. Sogar Features wie autonome Notbremsung, Sitzheizung, Smartphone-Integration und Tempomat sind dabei – aber Mitsubishi rechnet auch mit 17.000 Euro und mehr.

Abschließend noch ein Blick auf das Kofferraumvolumen: Knapp 1000 Liter passen in den Kofferraum, wenn man die Rücksitzlehnen umklappt. Nein, kleine Autos können nicht nützlich sein.

Die Marke SsangYong könnte in Deutschland etwas Sichtbarkeit gebrauchen

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Mit seinem kantigen Design wird der Praktiker SsangYong Tivoli zum schicken Zeitgenossen.

(Foto: SsangYong)

Der deutlich exotischere SsangYong Tivoli Grand hingegen setzt ganz klar auf Praktikabilität und Komfort und ist ebenfalls ein echter Underdog. SsangYong ist eigentlich eine spannende Marke – gegründet in den frühen 1950er Jahren, baut Jeep-Modelle in Lizenz, hat eine Technologiepartnerschaft mit Mercedes und wurde kürzlich von Indian Mahindra & Mahindra (ebenfalls im Jeep-Lizenzbau tätig) unter die Fittiche genommen. Dass SsangYong erneut auf der Suche nach einem Investor ist, ist im operativen Geschäft nicht aufgefallen. Die Koreaner haben gerade den elektrisch angetriebenen Korando E-Motion auf den Markt gebracht.

In Deutschland ist SsangYong nicht besonders präsent – ​​von Januar bis Oktober dieses Jahres konnte die Underdog-Marke nur 1576 Zulassungen verzeichnen. Die Koreaner haben interessante Modelle zu heißen Preisen im Köcher. Der hier besprochene Crossover aus Van und SUV mit dem Namen Tivoli Grand wird mit einem Grundpreis von 20.490 Euro wirklich hübsch angeboten.

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Fast schon modern kommt der überarbeitete SsangYong Tivoli daher.

(Foto: SsangYong)

Schließlich handelt es sich um ein wirklich ausgereiftes Auto mit einer Außenlänge von 4,48 Metern und einem Radstand von 2,60 Metern. Ein ähnlich aufgebauter Volkswagen Tiguan mit nur 130 statt 163 PS unter der Haube kostet über 10.000 Euro mehr. Offensichtlich haben die Wolfsburger vor allem innen alles etwas schöner und akkurater gemacht – aber ist das einen so saftigen Aufpreis wert?

Infotainment im Tivoli ist großartig

Denn der Tivoli ist keineswegs schlecht, bietet aber dennoch eine ordentliche Verarbeitung und auch das nötige elektronische Rüstzeug, um heutzutage beim Nachwuchs punkten zu können. Die Sitze sind sogar sehr gut, während Mittelkonsole und Bildschirm etwas altmodisch wirken. Eine gewisse Funktionalität muss man ihm allerdings zugestehen, und das Kombiinstrument besteht, wie 2022 üblich, zumindest bei der Top-Ausstattungslinie aus einer Anzeigefläche.

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Dem SsangYong Tivoli mangelt es nicht an digitaler Ausstellungsfläche.

(Foto: SsangYong)

Richtig gut ist auch das Platzangebot vorne und hinten, was zusammen mit den komfortorientierten Sitzen zum Prädikat „langstreckentauglich“ führt. Und obwohl das nackte Basismodell noch über viele Sicherheitsfeatures verfügt, darunter autonome Notbremsung plus Bordcomputer und Tempomat als technische Add-Ons, wird dem Kunden zumindest die etwas teurere Ausstattungslinie „amber“ (24.490 Euro) empfohlen. Es bietet Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Parkpiepser, Rückfahrkamera und Smartphone-Integration – mehr braucht man nicht.

Vielleicht ein anständiger Motor unter der Haube? Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 163 PS ist eingestellt und kann als Realität betrachtet werden. Im Testwagen war eine klassische Sechsgang-Wandlerautomatik für die Kraftübertragung zuständig. Schaltrucke gibt es nicht, aber spontane Übersetzungswechsel gibt es bei dieser Maschine, die im Gegensatz zum hypermodernen Multispeed nicht so oft Kupplungen öffnen und schließen muss, was in der Praxis zu einer angenehmen Unterbrechungsfreiheit führt Traktion.

Und auch wenn der Direkteinspritzer bei entsprechender Drehzahl etwas ruppig wird, bleibt es ein authentisch netter Mensch, der den 1.4 Tonner fleißig fährt, aber natürlich nicht rasant. Etwas am Ende? Mit einem Kofferraumvolumen von 1440 Litern bietet der Tivoli Grand nicht nur viel Platz für seine menschliche Fracht. Schade, dass man ihn hierzulande selten sieht. Aber vielleicht kommt die Zeit von Tivoli. Er hat es verdient.

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