Energiekrise: Kosten für LNG-Terminals mehr als verdoppelt

Stand: 20.11.2022 22:51 Uhr

Für schwimmende Flüssiggasterminals werden laut Bundesfinanzministerium mehr als 3,5 Milliarden Euro ausgegeben. Die Aufstockung sei „aufgrund der sich dynamisch entwickelnden Situation notwendig“ gewesen.

Stilllegung und Wartung schwimmender Flüssigerdgasterminals kosten mindestens dreieinhalb Milliarden Euro mehr als geplant. Insgesamt seien derzeit Haushaltsmittel in Höhe von rund 6,56 Milliarden Euro geplant, teilte das Bundesfinanzministerium der Nachrichtenagentur Reuters mit und bestätigte damit einen „Spiegel“-Bericht.

Die Erhöhung sei „aufgrund der sich dynamisch entwickelnden Situation notwendig“, sagte sie. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat gerade zusätzliche Mittel für die Terminals bewilligt. „Inzwischen wurden in umfangreichen Konsultationen mit verschiedenen Interessengruppen weitere Kosten ermittelt und vorläufige Schätzungen vorgenommen“, teilte das Ministerium mit. Dies betrifft zum Beispiel Betriebskosten und Kosten für zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen am Boden.

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Der Bau von Terminals ist wichtig für die Energiesicherheit. Das Ministerium betonte: „Vor allem das Reduzieren von russischem Gas und das anschließende Stoppen von russischem Gas sind absolut notwendig.“ Deutschland hat noch keine eigenen Landeterminals. „Aber diese neue Infrastruktur ist wichtig für eine erhöhte Bereitschaft und Vielfalt.“

Terminals müssen länger angemietet werden

Laut Dokumenten des Haushaltsausschusses sollten die beiden Terminals für 15 statt der ursprünglich geplanten zehn Jahre gebaut werden. Deutschland hat daher die Option einer Verkürzung um zehn Jahre ausgehandelt, muss sich aber nächstes Jahr darüber entscheiden.

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Der linke Haushaltspolitiker Victor Perli sagte dem Spiegel: “Das Ampelbündnis hat sich mit dem alternativlosen Einsatz von LNG erpressbar gemacht und muss nun Milliarden nachzahlen.” Grünen-Haushaltspolitiker Sven Christian Kindler sagte: „Kurzfristig muss die Gasversorgung gesichert werden, aber wir müssen aufpassen, nicht zu viele fossile Kapazitäten für die Zukunft aufzubauen. Wir brauchen mehr Transparenz im Haushaltsausschuss über Kosten und Risiken.“ . es gibt LNG-Projekte.“

Zentraler Baustein für Energiesicherheit

Bundesfinanzminister Robert Habeck lobte den Bau von Deutschlands erstem Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) innerhalb von 200 Tagen als zentralen Baustein für Energiesicherheit. „Deutschland kann schnell sein und Infrastrukturprojekte mit großer Entschlossenheit entwickeln, wenn Bund, Länder und Projektbeteiligte an einem Strang ziehen“, sagte er am Dienstag anlässlich der Fertigstellung des Schwimmterminals in Wilhelmshaven.

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Ein zweiter Terminal soll Anfang des Jahres in Brunsbüttel in Betrieb gehen. In Lubmin wird es den Planungen zufolge ein weiteres Sonderterminal geben. Mit zwei weiteren Terminals, die im kommenden Winter 2023/2024 fertiggestellt werden sollen, könnten die fünf Terminals dann rund ein Drittel des deutschen Gasbedarfs abdecken, bezogen auf die Nutzung im Jahr 2021.

In den letzten Jahren kamen jedoch 50 Prozent aus Russland durch die Pipeline. Diese Lücke wird in erster Linie mit 20 Prozent Gaseinsparung gefüllt.

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