Geile-Ziegen-Kraut und Grüne Fee: Die wilde Welt der psychoaktiven Pflanzen

Opium, Cannabis – ok. Aber Salbei und Safran? Das wahnsinnig bunte Buch „Cat Menschiks and Psychiatrist Dr. Medisine Jacob Hein Illustrated Compendium of Psychoactive Plants“ ist nicht nur ein Titel, der einem schwindelig werden lässt, sondern hält auch für unser Gewürzregal bereit.

Werden Pflanzen schlecht? Wenn es nach Jacob Hein gegangen wäre, hätte sich dieses Buch nur mit den unansehnlichen Pflanzen befasst, mit denen er nur herumgespielt hat, wie zum Beispiel Brennesseln – das war die Idee im Hinterkopf, als er die Malerin Kat Menschik besuchte. der Garten (Denn, wie er bei der Buchvorstellung im Radioins zugab, war er neidisch auf Menschiks tolle „Reifenbatch“ mit Marc Benecke und wollte eine mit ihr veröffentlichen.)

Doch mit Pflanzen-Bashing kam Hein bei Menschik nicht an – der begeisterte und talentierte Gärtner liebt alle Pflanzen gleichermaßen. Vor allem Tomaten – kürzlich erschien ihr „Tomatenbuch“, vor einigen Jahren ihr Gartenbuch „Der goldene Kultivator“. Sie einigten sich jedoch schnell auf ein Buch über psychoaktive Pflanzen. Weil Jacob Heine nicht nur Autor, sondern auch Psychiater war, konnte er viel beitragen – und im Laufe seiner Recherche wurde ihm klar, wie unkontrollierbar groß die Zahl der Pflanzen war, die man als psychoaktiv bezeichnen könnte.

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Kleine bunte Auswahl

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Elfen- oder Sockenblume, botanisch Epimedium genannt, wird im Englischen auch Feenflügel oder Honigziegenkraut genannt. Es enthält Icariin, dem eine anregende Wirkung nachgesagt wird.

(Foto: Image-Alliance / OKAPIA KG, Deutschland)

Der Mensch hat immer und überall alles versucht und sich auf jede erdenkliche Weise berauscht oder anderweitig berauscht – Pflanzenteile wurden gekocht, gemahlen, fermentiert oder anderweitig behandelt, und dann gegessen, getrunken, geschnupft, geschnüffelt usw. Objekte können weiterhin gezeichnet werden. Wieso den? Denn es „knallt“, macht wach oder schwindelig, steigert den Sexualtrieb oder die Potenz, erregt oder beruhigt, verändert Ihre Wahrnehmung oder versetzt Sie in ganz andere Bewusstseinszustände. Manche Pflanzen wirken sogar auf Tiere – die im Deutschen Elfen- oder Sockenblume genannte Pflanze heißt zumindest im Englischen Honey Goat Weed.

Aus dieser großen Fülle hat Hein eine kleine bunte Auswahl getroffen, wobei er die „üblichen Verdächtigen“ wie Cannabis nur kurz erwähnt. Trotz des üblichen Alkohols (aus allen möglichen Pflanzen), Tabak und Absinth, bekannt als die “Grüne Fee”, wählte er in dieser Serie unerwartete Pflanzen, deren psychoaktive Wirkung überrascht. Experten. Erwarten Sie daher keine lexikalische Perfektion in einem kleinen Buch – sonst könnte man Bände damit füllen.

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Blumenstrauß aus “bösen Blumen”.

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Arthur Rimbauds „Die Blumen des Bösen“ („Les Fleurs du Mal“) kommt in dem Buch vor, aber seine Gedichte handeln eigentlich nicht von Pflanzen, sondern von „einer Welt ohne Gott und Hoffnung“. Doch im wahrsten Sinne des Wortes, so Heine, sei ein Strauß sehr schön und zugleich voller tödlicher Gifte: von harmlos klingenden Alpenveilchen über goldenen Lack bis hin zu Waldglöckchen. Schlechte Blumen und irgendwie.

Der Gewürzschrank zu Hause macht Speisen nicht nur schmackhaft und interessant, sondern beeinflusst auch die Psyche – Salbei zum Beispiel kann zu Halluzinationen führen, oder Muskatnuss, Safran – oder scharfer Paprika, Chili: enthält. Der hohe Gehalt an Capsaicin kann zu einem „Chili-High“ führen, einer Art Chili-Trip. Wie immer macht die Dosis das Gift – das Hinzufügen von Gewürzen zu einer Dosis oder das Heilen als Medizin kann in einer anderen Dosis eine deutliche Wirkung auf den Geist haben. Jakob Hein löscht mit der einen oder anderen Pflanze Erwartungen aus: Manches ist Einbildung oder das erwartete Ergebnis tritt ein: „Niemand isst drei ganze Muskatnüsse und fühlt nichts, also begrüßt man etwas, das mit einem glücklichen Ergebnis beginnt. Vorweggenommener Rausch.“

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“mehr und mehr”

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„Während Texte beruhigen“, sagte Hein bei der Buchvorstellung, „machen Bilder von Pflanzen high“ – denn Kat Menschick brach mit diesem Bild alle Regeln, denn wie sie es ausdrückte: sechs richtig knallige Grafikfarben, dann gemischte Farben , ausgebreitet über die Seiten, manchmal über den Text. ; Sie gehören nicht immer zu der Anlage, die die jeweilige Seite repräsentiert. Also auch hier: nicht lexikalisch. Wo es in Das Buch der Tiere mit Mark Benecke noch ganz schwarz war, gibt es hier gar kein Schwarz, was Menschick wichtig ist: Sogar die Buchstaben sind lila.

„Immer mehr“ ist – allen textlichen Zusammenfassungen zum Trotz – zumindest grafisch der Slogan „Das Jakob Heine Illustrierte Kompendium psychoaktiver Pflanzen für Kat Menschik und den Psychiater Doctor Medicine“. Dies ist eines der „Lieblingsbücher“ des Galliani-Verlags – eine Reihe kleinformatiger, von Menschik illustrierter Bände, aufwendig gestaltet und außergewöhnlich schön. Dazu gehören Volker Kutschers „Mobit“ und „Mitte“ aus dem „Babylon Berlin“-Umfeld oder der bereits erwähnte „Kat Menschick und Dr. Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustriertus Thierleben“. Und “Tomate”. Jeder ist ein kleiner optischer Rausch, garantiert ohne Kater danach.

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