„Hart aber fair“: „Wer soll denn die Ukraine wieder aufbauen, wenn wir uns ökonomisch ins Schwert stürzen?“

Deutschland „Hart aber fair“

“Wer baut die Ukraine wieder auf, wenn wir wirtschaftlich miteinander streiten?”

Dominik Lippe

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Frank Plassberg (rechts) mit Gästen im Hart

Quelle: WDR

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Sind Ostdeutsche gegenüber Russland und Putin nachsichtiger als Westdeutsche? Darüber diskutierten die Gäste bei „Hart aber fair“. Genannt “Feind USA” als ein Grund. Als Schlichter fungierte der frühere Boxer Henry Maske.

WWarum sehen Ost- und Westdeutsche den russischen Einmarsch in die Ukraine unterschiedlich? Nach Jesse Welmers persönlichem Bericht „Russland, Putin, wir Ostdeutschen“ ging der ARD-Moderator bei „Hart aber fair“ auf die Annäherung vieler Ostdeutscher an Russland ein. Als weitere Gäste begrüßte Frank Plassberg den Publizisten Ralf Fuchs (Grüne) sowie die Sachbuchautoren Antje Hermenau („Blicke aus Mitteleuropa: Wie die Sachsen die Welt sehen“) und Stefan Kreuzberger („Das deutsch-russische Jahrhundert“). Der ehemalige Boxer Henry Mask.

Von Anfang an betonte Wellmer ihre “Vermittlerrolle”, die sich nur durch ihre Position zwischen den beiden ost- und westdeutschen Verhandlungspartnern am Ateliertisch fortsetzte. Nach ihrem Film sei sie „hoffnungsvoll“, einen „Gesprächskanal“ eröffnen zu können, der kurz vor der Schließung stand. Ihre Sicht auf den Krieg als “Verbrechen” sei “glasklar”. Sie will verstehen, warum manche Ostdeutschen “so ticken, wie sie ticken”. Ihre Empathie endet jedoch, wenn Menschen „auf Augenhöhe über Demokratie und Diktatur diskutieren“ oder behaupten, die USA würden Deutschland kontrollieren.

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Demonstration gegen die Energiepolitik der Bundesregierung in Leipzig

Ralph Fuchs hat vielen Ostdeutschen wegen der kindlichen Prägungen der älteren Generation das “Feindbild der USA” vorgeworfen. Als ehemaliges Mitglied des Bundes der Kommunisten in Westdeutschland erlebte er selbst das Bedürfnis, „seine Haut zu schälen“. Durch seine Wahl in die Bremer Bürgerschaft lernte er die parlamentarische Demokratie schätzen. Heute irritiert ihn, dass manche Leute Russland als “eine Kraft des Friedens oder eine Kraft des Fortschritts” sehen. “Du musst beide Augen vor der Realität verschließen.”

Antje Hermeno übernahm gewissermaßen diese Rolle. Obwohl sie Krieg für “absolut falsch” hält, will sie über Sanktionen “denken”. “Wer baut später die Ukraine wieder auf, wenn wir uns gegenseitig ins Schwert werfen?” Sie erklärte ihren Nachbarn auf Nachfrage: „Woher kommt dieser tiefe Hass auf unser Management und unsere Top-Mitarbeiter zumindest im Frühjahr. Reden wir über Russland und Putin?“ Andere, die für den Krieg im Jemen verantwortlich sind, verdienen ebenfalls „Hass“.

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Ministerpräsident von Sachsen

Stefan Kreuzberger und Jesse Wellmer haben die weit verbreitete pro-russische Stimmung in der DDR als “Generationenproblem” bezeichnet. Wenn der selbsternannte „Halbschwabe“ mit seinen Studenten in Rostock spricht, sieht er kein Problem. Andererseits wird seine Generation durch das gemeinsame „Machen von Geschichte“ zwischen West und Ost zurückerobert. Wellmer schränkte ein, er kenne junge Menschen, die “den Schmerz und die Verletzung ihrer Eltern auf sich nehmen” und weiterhin die Opferrolle spielen.

„Ich gehöre zu den Gewinnern dieser Einheit“, betonte Henry Maske, bekräftigte aber gleichzeitig das wirtschaftliche Gefälle zwischen West und Ost, das keine Kleinigkeit sei. Frank Plasberg unterstützte seinen Gast mit einem Clip. Demnach haben die Menschen in Ostdeutschland 22 % weniger Einkommen und 52 % weniger Vermögen als die Menschen im Westen. Historiker Kreuzberger betonte, die „strukturschwachen Gebiete“ seien sich selbst überlassen. Hermenos Darstellung von East ging zu weit: “Hör auf mit diesem Opfergespräch. Es ist wirklich nervig.”

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Der ehemalige Sächsische Landtagsabgeordnete trat bei einer Demonstration in Grimma unter dem Motto „Energie statt Ideologie“ auf. Dort flüstert sie über die Wiederaufnahme eines Drehkommandos im Studio. Fuchs konterte Hermeneu mit einer leidenschaftlichen Gegenrede: “Es liegt in der Verantwortung von Menschen wie Ihnen, diese Ressentiments gegen die parlamentarische Demokratie nicht zu nähren, sich ihr teilweise entgegenzustellen.” Welmer beklagte auch, dass der Autor an der „Skepsis und Verunsicherung“ der Sachsen arbeite.

Frank Plassberg versöhnt Ost und West in der etwas älteren Tradition der Endrundenfrage. Mit wem können sich die Podiumsteilnehmer einen Monat Rollentausch vorstellen? Kreuzberger war versucht, in die Fußstapfen von Henry Maske zu treten, was den Moderator dazu veranlasste, mit dem Körperfettanteil des ehemaligen Boxers zu prahlen. „Übrigens wollen alle mit Henry die Masken tauschen“, antwortete Wellmer. So fand die uneinige Gruppe noch ein bewundernswertes orientalisches Vorbild.

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