Homeoffice: Neue Steuerregeln fürs Arbeitszimmer können zum Nachteil werden

  • Lisa Meyerhöfer

    vonLisa Meyerhöfer

    Den Mund halten

Die Regierung plant Steuererleichterungen für Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten. Doch eine Formulierung im Gesetzentwurf kann für viele Arbeitnehmer nachteilig sein.

Berlin – Für viele Arbeitnehmer ist das Home Office zu einem festen Bestandteil ihres Berufslebens geworden. Die Bundesregierung will daher auch das Steuerrecht an die neue Lebensrealität der Betroffenen anpassen. Ein Überblick über die Neuheiten.

Homeoffice-Flatrate und Jahrespauschale für das Studium

Geplant ist, dass Beschäftigte, die teilweise von zu Hause aus arbeiten, für die entstandenen Kosten weiterhin eine Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag geltend machen können – der Höchstbetrag wird von 600 auf 1000 Euro angehoben.

Auch Lesen :  Der Facebook-Konzern entlsst 11 000 Beschftigte - Wirtschaft

Wer ein Heimstudium nutzt, weil kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, etwa als Lehrer, kann laut Plan pauschal 1.250 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen.

Das bedeutet: Sie müssen die Kosten für das Studium nicht mehr nachweisen, sondern es handelt sich lediglich um eine Pauschale. Die Neuregelung soll es Steuerpflichtigen und Finanzbehörden erleichtern. Das klingt auf den ersten Blick nach einer guten Nachricht für Menschen, die regelmäßig von zu Hause aus arbeiten.

Wann ist “dauerhaft keine andere Arbeit verfügbar”?

Doch einen Experten stört eine bestimmte Formulierung im Gesetzentwurf. Demnach kann die Lampensumme von 1250 Euro nur abgezogen werden, wenn “dauerhaft keine andere Arbeit vorhanden ist”. Zum Beispiel bei Lehrern – aber was ist mit Büroangestellten? Bedeutet das, dass nicht alle profitieren können, die von zu Hause aus arbeiten, aber auch die Räumlichkeiten des Arbeitgebers nutzen können? Es kann sein, dass Betroffene keinen Anspruch auf die Pauschale haben oder Innovationen für das Studium als Werbungskosten geltend machen können.

Auch Lesen :  Soziales - Kiel - Losse-Müller kritisiert Blockade der Union beim Bürgergeld - Wirtschaft

Frank Hechtner, Wirtschaftsprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg-Erlangen: „Die einzige Möglichkeit wäre die Homeoffice-Flatrate. Welt. Das Wort „immer“ ist eine Verstärkung, die zusätzliche Probleme mit sich bringt. „Was ist mit Arbeitnehmern, die im Großraumbüro arbeiten und keinen eigenen Arbeitsplatz mehr haben?“ er fragt. Hechtner bezeichnet in der Welt Auch, dass die Anzahl der Schreibtische oft nur 60 oder 70 Prozent der Gesamtzahl der Mitarbeiter ausmacht.

Auch Lesen :  Boconcept kehrt zurück und öffnet neue Filiale​

Noch ist unklar, wie sich die neuen steuerlichen Regelungen auf die Betroffenen auswirken werden. Der Rechtsweg definiere laut Hechtner nicht näher, ob der Ausdruck „immer keine andere Arbeit“ bedeute, dass es immer sein muss, oder dass einzelne Wochentage ausreichen würden. (lma/AFP/dpa)

Rubrikenverzeichnis: © Sebastian Gollnow / Bildbindung

Zurück zur Übersicht: Wirtschaftlichkeit

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button