KfW-Neubauförderung verzögert sich – Wirtschaft

Ein Haus zu bauen war einfacher. Rasch steigende Zinsen auf Kredite und Baukosten, dazu die Aussicht auf fallende Immobilienpreise im Allgemeinen: die Unsicherheit. Und die Bundesregierung macht sie jetzt stärker. Denn die Neubauförderung durch die Staatsbank KfW könne nicht wie geplant im Januar starten, sondern frühestens im zweiten Quartal. Das bestätigte eine Sprecherin des zuständigen Bundesbauministeriums, die FAZ hatte zuerst darüber berichtet.

Strenge Standards für die Förderung seien auch im neuen System erforderlich, sagt das Bauministerium: Nur KfW-40-Neubauten sollen zinsgünstige Darlehen erhalten, die Konditionen würden an das sogenannte Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (QNG) gekoppelt. Und bis das neue Geld nach den neuen Regeln fließt, sollen die alten, deutlich reduzierten Mittel weiterlaufen.

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Dennoch dürfte vielen Bauherren und Immobilienkäufern wieder Unbehagen drohen. Im vergangenen Januar stoppte das Bundeswirtschaftsministerium plötzlich alle Anträge für das auslaufende Förderprogramm für das sogenannte Effizienzhaus 55, besser bekannt als KfW-55-Standard. Der Ansturm auf die Zuschüsse und Erstattungszuschüsse war so groß, dass das Geld vorzeitig ausging. Kurz darauf wurde eine weitere milliardenschwere Verlängerung beschlossen und in der Folge strengere Anforderungen an die Finanzierung. Das Nachsorgeprogramm für neue KfW 40-Häuser war im April nach nur drei Stunden weitgehend beendet. Seitdem läuft die Neubauförderung fast im Notbetrieb.

Die Preise könnten fallen, die Zinsen dürften weiter steigen

Im Sommer stellten dann Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Bauministerin Clara Gewitz (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) vor, wie sie ab 2023 fördern würden: Ab dem neuen Jahr nur noch den kleinsten Teil des Geldes in die Neubauförderung fließen sollen, stattdessen soll der Fokus auf energiesparende und damit klimafreundliche Sanierungen im Bestand gelegt werden. Dafür wollte das Wirtschaftsministerium insgesamt 16,9 Milliarden Euro einnehmen. Für Neubauten hingegen müssen Sie nur gut eine Million Euro im Jahr ausgeben, die allerdings vom Bauministerium verteilt werden. Schuld an der Verzögerung ist nun auch der Zuständigkeitswechsel, zusammen mit der hohen Belastung der KfW in der Krise.

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Viele Bauherren und Käufer haben sich in letzter Zeit jedenfalls zum Abwarten entschieden, egal ob Gewerbetreibende oder Privathaushalte. Die Zahl der neu vergebenen Immobiliendarlehen ging drastisch zurück, ebenso die Zahl der neuen Baugenehmigungen, insbesondere für Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Bauunternehmen spüren bereits die Wirkung: Während alte Aufträge zunehmend verschoben oder storniert werden, kommen immer weniger neue herein. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gingen die Auftragseingänge kalender- und preisbereinigt um 7,3 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

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Und die Zurückhaltung, es kann sich lohnen. Denn das neue Jahr dürfte zumindest auf dem Immobilienmarkt fallende Preise bringen: Häuser und Wohnungen könnten im kommenden Jahr im Schnitt um vier bis sechs Prozent günstiger werden, schätzt die genossenschaftliche DZ Bank. Gut möglich ist aber, dass die Zinsen weiter steigen und die Finanzierung noch teurer wird.

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