Leichte DAX-Verluste : Erste Anzeichen von Schwäche


Marktbericht

Stand: 17.11.2022 16:30 Uhr

Nach einem schnellen Start fielen die Ducks im Laufe des Tages zurück. Eine Marktbereinigung wäre nach den starken Gewinnen zuletzt nicht ungewöhnlich. Ein Teil überstrahlt jedoch weiterhin alles.

Nach einer Rallye von über 2000 Punkten scheinen die Gemüter derzeit etwas kühl zu sein. Der deutsche Leitindex DAX konnte vom Vormittag bis auf 14.384 Punkte keine höheren Kursgewinne verbuchen und rutschte bis auf 14.149 Punkte ab. Aktuell notiert der Index allerdings wieder leicht höher und kämpft mit seinem Schlusskurs vom Vortag bei 14.234 Punkten.

„Händler scheinen ihre Long-Positionen zu liquidieren und die Macht der Nachkäufer wird zunehmend eingeschränkt“, fasst Frank Sohlleder, Marktanalyst beim Handelshaus ActivTrades zusammen. “Das Ergebnis an den Märkten ist ein Patt, die Luft ist raus.”

„Nach einem Kursanstieg von rund 20 Prozent in sieben Wochen im DAX ist eine Konsolidierung nichts Ungewöhnliches und sogar gesund“, sagt Robert Halver, Marktstratege bei der Bader Bank. Allerdings wartet angesichts der relativ hohen Cash-Bestände noch viel Geld an der Seitenlinie, das bei weiter verbesserten Aussichten den Gang an die Aktienmärkte wagen und dann klar für ein Jahresende sprechen wird Kundgebung , so Halver.

Neue Impulse fehlen

Gestützt wurde der kräftige Anstieg von den Zinshoffnungen der Anleger, nachdem die amerikanischen Inflationszahlen zuletzt niedriger als erwartet ausgefallen waren. Dies schürt Hoffnungen auf niedrigere Zinserhöhungen der Notenbanken, allen voran der USA. es. Federal Reserve (Fed). Doch die Zinseffekte laufen nun langsam aus, während gleichzeitig neue Impulse fehlen, die den DAX weiter nach oben führen könnten. Es riecht also im Moment nach einer Konsolidierung.

Wie ihre Kollegen von der Commerzbank sehen die Helaba-Experten derzeit Anzeichen für eine „überbaute“ Marktsituation im DAX. Nach einem Atemzug sollte ihrer Meinung nach eine weitere Weiterentwicklung aus technischer Sicht nicht ausgeschlossen werden. Bei 14.596 Punkten sehen sie ein mögliches Kursziel, über dem das Hoch vom Juni dieses Jahres bei 14.709 in Sicht ist.

Kein Boot von der Wall Street

Auch in New York tauchen nach der letzten temporären Sitzung Investoren auf. Nachdem der Nasdaq Technology zuletzt um rund zehn Prozent gestiegen war, liegt er im frühen Geschäft bei rund 1,4 Prozent im Minus. Auch der Leitindex Dow Jones liegt bei gut 0,8 Prozent. Anleger halten sich seit Dienstag zurück und nehmen Gewinne mit. Zuvor war der Dow Jones angesichts einer nachlassenden Inflation in den USA in etwas mehr als einem Monat um fast ein Fünftel gestiegen.

Jüngste Äußerungen von Fed-Mitgliedern haben jedoch Zweifel geweckt, dass die USA Neue Wirtschaftsdaten am Donnerstag brachten keine Entwarnung: Die Daten vom Arbeits- und Wohnungsmarkt fallen durchwachsen aus. Zudem zeigte die Umfrage der Zentralbank in Philadelphia unter Herstellern zum Geschäftsklima eine unerwartet deutlich verschlechterte Stimmung.

Euro etwas schwach

Konsolidierung ist auch das Stichwort am Devisenmarkt, wo der Aufwärtstrend des Euro an Fahrt verliert. Die Gemeinschaftswährung ist unter die Marke von 1,04 $ auf jetzt 1,0340 $ gerutscht. Der Markt sprach von einer stärkeren Nachfrage nach den USA.

Zudem gerieten Inflationsdaten aus der Eurozone in den Fokus. Die Inflation in der Region erreichte im Oktober erneut ein Rekordniveau: Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 10,6 Prozent. Allerdings wurde die in der ersten Auswertung ermittelte Inflationsrate leicht reduziert.

Melanie Debono, Ökonomin für Europa bei Pantheon Macroeconomics, schrieb: „Wir erwarten, dass die Inflation in der Eurozone ihren Höhepunkt erreicht, aber sie wird noch einige Zeit hoch bleiben.“

Laut Finanzminister Jeremy Hunt baute das britische Pfund seine Verluste gegenüber dem US-Dollar kurzzeitig aus. es. Dollar und Euro. Hunt sagte in seiner Haushaltsrede, Großbritannien befinde sich bereits in einer Rezession. Die Inflation im Land erreichte zuletzt ein 41-Jahres-Hoch, auch wegen des russischen Krieges in der Ukraine und der daraus resultierenden weiter steigenden Energiepreise. Auch die britische Regierung will die Steuern erhöhen.

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Siemens an der Spitze des DAX – Dividende erhöht

Gestützt wurde der heimische Aktienmarkt von positiven Siemens-Quartalszahlen, dem prominentesten Thema heute an der Frankfurter Wertpapierbörse. Denn das Münchner Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2021/22 ein Rekordergebnis und erhöht die Dividende. Index-Schwergewicht Siemens führt den Dax am Nachmittag weiter an, sein Anteil legte um mehr als sechs Prozent zu.

Der Umsatz im Industriegeschäft stieg um 17 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals die Zehn-Milliarden-Grenze. Obwohl der Jahresüberschuss durch die milliardenschweren Abschreibungen auf die ehemalige Tochter Siemens Energy Ende September auf 4,4 (Vorjahr: 6,7) Milliarden Euro einbrach, sollten die Aktionäre eine Dividende von 4,25 Euro je Stückaktie erhalten. Das ist 25 Cent höher.

Die Allianz will chinesische Vermögenswerte verwalten

Allianz CEO Oliver Bäte sieht in der Vermögensverwaltung für Kunden in China eine große Chance für sein Unternehmen. Chinesische Investoren müssten ihre Anlagen diversifizieren, sagte der Chef des deutschen Versicherungskonzerns gegenüber Bloomberg TV. “Ich denke, wir können hier einen großen Beitrag leisten.” Der Manager hat sich bereits im Oktober gegenüber den Medien positiv über die Zukunft Chinas geäußert. In anderen Branchen und in der deutschen Politik wird die Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft von China inzwischen intensiv diskutiert.

Amazon beginnt mit dem Personalabbau

Amazon hat mit dem Personalabbau begonnen. Die USA Angesichts des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds habe Amazon beschlossen, „einige Teams und Programme zu konsolidieren“, sagte Spartenchef Dave Limp.

Die betroffenen Mitarbeiter des Bereichs, der unter anderem für die Sprachassistentin Alexa zuständig ist, wurden bereits informiert. Sollten sie im Konzern keine neuen Aufgaben finden, würde Amazon sie mit einer Abfindung unterstützen und ihnen helfen, neue Jobs zu finden.

Briten entdecken Lidl

Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten kaufen Verbraucher in Großbritannien verstärkt beim Discounter Lidl ein. Im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende Februar) sei der Umsatz um 1,5 Prozent auf 7,8 Milliarden Pfund gestiegen, teilte die britische Lidl-Tochter mit. Vor Steuern verdiente der Konkurrent der britischen Ketten Tesco und Sainsbury’s rund 41,1 (Vorjahr: 9,8) Millionen Pfund. Laut Marktdaten des Kantar-Instituts sind die Discounter Lidl und Aldi derzeit die am schnellsten wachsenden Lebensmittelketten der Insel.

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Thyssenkrupp befürchtet einen Gewinnrückgang

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will nach Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 eine Dividende zahlen. Anleger sollen 15 Cent je Aktie erhalten. Dank starker Ergebnisse in der Stahlsparte und im Werkstoffhandel hat Thyssenkrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr sein operatives Ergebnis (bereinigtes EBIT) auf 2,1 Milliarden Euro nahezu verdreifacht. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro nach einem Verlust von 115 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Ausblick steht Thyssenkrupp unter anderem aufgrund der derzeit gesunkenen Stahlpreise vor einem schwierigen Geschäftsjahr.

Disney kauft Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ von MV Shipyards

Der amerikanische Disney-Konzern kauft das bisher unter dem Namen „Global Dream“ bekannte Kreuzfahrtschiff von der insolventen MV Ship Group in Wismar, wie der Unterhaltungsriese mitteilte. Es soll vor Ort in Mecklenburg-Vorpommern unter der Leitung der Pfaffenburger Meyer-Schift fertiggestellt werden.

CTS Eventim vervierfacht Nettogewinn

Das wieder erstarkte Geschäft mit Live-Events und Konzerten hat dem Ticketverkäufer CTS Eventim einen deutlichen Gewinnsprung beschert. Unterm Strich stieg der Nettogewinn der ersten neun Monate von 31,5 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 129 Millionen Euro. CTS Eventim profitiert vor allem davon, dass das Unternehmen wieder Events wie Musicals, Konzerte und Shows organisieren kann. Mit 1,4 Milliarden Euro war der Umsatz für die Monate Januar bis September fast achtmal so hoch wie im noch von Corona-Maßnahmen begleiteten Vorjahreszeitraum.

Morphosys reduziert den Betriebsverlust

Der Verlust von Morphosys erhöhte sich in den ersten neun Monaten auf 480,5 (Vorjahr: 133,5) Millionen Euro, hauptsächlich aufgrund deutlich höherer Finanzaufwendungen infolge einer Neubewertung der Verbindlichkeiten von Morphosys infolge des stärkeren Dollars. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 196,7 Millionen Euro, dank höherer Tantiemen- und Lizenzeinnahmen sowie eines stärkeren Geschäfts mit dem Krebsmedikament Monjuvi.

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