Nancy Faeser über Fußball-WM in Qatar und Safe Sport

Jetzt schlagen Sie vor, dass deutsche Fans zur WM nach Katar fahren?

Es war mir wichtig, von der katarischen Regierung die Zusicherung zu bekommen, dass alle Fans bei dieser WM sicher sind. Jeder soll frei und ohne Angst handeln können – egal woher er kommt, an wen er glaubt, wen er liebt. Diese Sicherheitsgarantie wurde mir vom Premierminister von Katar gegeben, der dort als Innenminister für die Sicherheit zuständig war. Dies ist eine wichtige Aussage. Es geht um die Rechte von schwulen und queeren Menschen, aber auch um die Frage, ob Kipal-Juden unbesorgt dorthin reisen können. Dies ist eine viel umfassendere Menschenrechtsfrage, einschließlich des Schutzes von Frauen oder des Schutzes vor Rassismus. Das sind Fragen, die sich viele Fans stellen. Am Ende muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er fliegt oder nicht.

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Katarische Gesetze gelten bei der WM vier Wochen lang nicht, sie werden nicht angewendet. Aus rechtlicher Sicht ist dies nicht zu erfüllen.

Ich habe klar gesagt: Es ist nicht alles in Ordnung. Katar hat die ersten Reformschritte unternommen, aber natürlich ist der Weg noch nicht zu Ende. Die Gewerkschaften sehen auch eine gewisse Verbesserung der Rechte von Wanderarbeitnehmern. Diese müssen sich noch stärker auf die Lebenswirklichkeit auswirken. Die Gewerkschaftsvertreter, mit denen ich in Katar gesprochen habe, brauchen unsere Unterstützung. Gerade in der Zeit nach der WM müssen wir mit Katar im Dialog bleiben, um es auf dem Weg zu weiteren Reformen zu begleiten.

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Was ist die Garantie, dass der Reformprozess nicht nach vier Wochen abgeschlossen ist? Auch Russland hat seine Gesetze 2018 vier Wochen lang nicht durchgesetzt. Seitdem ist die russische Politik bekannt geworden.

Bei meinen Treffen bemerkte ich die Bereitschaft, wichtige Teile der katarischen Regierung zu reformieren. Solange dies durch gesetzgeberische Maßnahmen unterstützt wird, besteht Hoffnung, dass es über das endgültige Datum hinaus fortgesetzt wird. Es wäre schön, wenn ein Sportereignis zu positiven Entwicklungen beitragen könnte. Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass dies nicht immer der Fall ist. . .

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. . . eigentlich fast nie, wenn man sich die Ereignisse der letzten zehn oder fünfzehn Jahre anschaut.

Ohne den Sport politisch zu überfrachten: Sportliche Großereignisse wirkten nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Wiedervereinigung. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Katar auf dem richtigen Weg ist, insbesondere im Vergleich zu anderen Staaten der Region. Zu sehen, dass Katar das einzige Land weit und breit ist, in dem es einen Mindestlohn gibt und unbezahlte Löhne vom Staat übernommen werden, ermutigt mich zumindest, die Reformen der WM-Ära rauszuholen.

Im Dialog: Nancy Faeser und DFB-Präsident Bernd Neuendorf


Im Dialog: Nancy Faeser und DFB-Präsident Bernd Neuendorf
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Bild: dpa

Sie nennen die staatlichen Zusagen und Maßnahmen. Sollte der Internationale Fußballverband nicht einen eigenen Entschädigungsfonds einrichten, wie es die FIFA-Richtlinien vorschreiben, um den Vorwurf zu entkräften, es gehe nur um den Verdienst und die vier Turnierwochen?

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