USA und China sind für Klimaziele essenziell

Das Pariser Klimaabkommen gilt seit langem als große Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel. Doch der vorübergehende Abzug der USA unter Donald Trump kratzt an diesem Bild. Das Arbeitspapier zeigt nun, welche gravierenden Folgen es hätte, wenn einzelne Länder mit hohen Treibhausgasemissionen wie die USA oder China dauerhaft nachgeben würden. Infolgedessen würden die globalen Emissionen deutlich weniger sinken, was die harte Arbeit anderer Länder zunichte machen würde.

Als das Pariser Klimaabkommen 2015 verabschiedet wurde, weckte es weltweit die Hoffnung, dass wir dem Klimawandel als geeinte Weltgemeinschaft begegnen können. Um die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten, haben sich 195 Länder dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Doch spätestens als sich die USA 2020 unter Donald Trump vorübergehend zurückzogen und unter Joe Biden erneut intervenierten, drohte die Einigung zwischen den Parteien zu bröckeln. Zudem haben nur wenige Länder ausreichende Emissionsminderungen geplant, um das Pariser Klimaschutzziel zu erreichen.

die Folgen des Austritts
Emissionsreduktionen, die global verloren gehen würden, wenn einzelne Länder darauf verzichten würden. © IfW Sprache

Die drastischen Folgen des Rückzugs der größten Emittenten

Der Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP, der mit dem Start des aktuellen Weltklimagipfels COP27 in Sharm el-Sheikh zusammenfällt, zieht ein schlechtes Zeugnis über die Klimaschutzbemühungen der Länder. Die bisher vorgelegten nationalen Selbstverpflichtungen werden die globalen Emissionen damit bis 2030 nur um fünf bis zehn Prozent reduzieren. Allerdings wäre eine Reduzierung um 30-45 Prozent nötig, um das Klimaziel des Pariser Abkommens zu erreichen.

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Auch Mario Larch von der Universität Bayreuth und Joschka Wanner vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) befassten sich in ihrem Arbeitspapier mit den möglichen Folgen eines Ausstiegs einzelner Länder aus dem Pariser Klimaabkommen. Dazu ermittelten sie, welche Auswirkungen der Austritt dieses Landes auf die globalen Emissionen und das Erreichen des Pariser Klimaschutzziels hätte. In den 140 analysierten Szenarien stechen die USA und China am stärksten hervor.

Den Forschern zufolge hätte der US-Ausstieg die dramatischsten Folgen. „Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Emissionsproduzent der Welt. Sie haben sich aber auch verpflichtet, ihre Emissionen deutlich um 47 Prozent zu reduzieren“, sagt Wanner. Ein Rückzug der USA würde bedeuten, dass diese enormen Emissionseinsparungen einfach vernichtet würden. Global betrachtet würden die Emissionen bis 2030 nicht mehr um 25,4 Prozent sinken, sondern nur noch um 17,3 Prozent. Bei einem Austritt Chinas würden die weltweiten Kohlendioxidemissionen um 22,5 Prozent sinken. Laut den Forschern ist China der weltweit größte Emittent, hat sich aber weniger ehrgeizige Klimaziele gesetzt als die Vereinigten Staaten, nämlich nur eine Reduzierung der Emissionen um 11,3 Prozent.

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Die Emissionen können sogar steigen

Doch damit nicht genug: „Einzelne Staaten, die aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen, haben einen Anreiz, ihre Emissionen sogar noch zu erhöhen“, erklärt Wanner. Da sie ihre Treibhausgasemissionen nicht mehr wie andere Länder begrenzen müssen, verschafft ihnen dies einen Wettbewerbsvorteil in Wirtschaftsbereichen, die besonders hohe Emissionen verursachen. Andererseits würden die Preise für fossile Brennstoffe weltweit sinken, da andere Länder auf klimafreundlichere Alternativen umsteigen. Es wäre ein zusätzlicher Anreiz für Länder außerhalb des Abkommens, sich stärker auf fossile Brennstoffe zu konzentrieren.

Larch und Wanner errechneten, dass der Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen zu einem Anstieg der Emissionen um 9,5 Prozent im Land und bis zu 14 Prozent in China führen würde. Rechnet man dies zu den ursprünglich versprochenen Emissionsminderungen hinzu, die beim Austritt nicht mehr eingetreten sind, würde dies bedeuten, dass die globalen Emissionen bei einem Austritt der USA nur um 15,7 Prozent statt um 25,4 Prozent sinken würden. Bei einem Austritt Chinas wären es 19,3 Prozent. Damit würden, so die Forscher, die Klimabemühungen anderer Länder zunichte gemacht.

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Allerdings sind diese Modellrechnungen zunächst nur hypothetisch, da der tatsächliche Austritt der beiden Länder derzeit nicht unmittelbar bevorsteht. Aber sie zeigen, dass alle Länder zusammenarbeiten müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen, und dass Unstimmigkeiten die Bemühungen aller gefährden. Das gilt den Forschern zufolge auch dann, wenn das Land zwar nicht offiziell austritt, aber dennoch seine versprochenen Ziele nicht erfüllt.

Quelle: Kieler Institut für Weltwirtschaft; Fachartikel: Kiel Working Paper

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