VfL Bochum: Im Retro-Stadion pfeift wieder Rückenwind – Sport

Warum der VfL Bochum unter dem neuen Trainer Thomas Letsch mit 1:15 Toren in vier Bundesliga-Auswärtsspielen keinen einzigen Punkt erzielte, dafür aber in drei Heimspielen volle Tore erzielte, ist nicht nachvollziehbar. Mit Letsch holte er mit einem 7:2-Tor gegen starke Gegner neun Punkte. Zu Hause an der Castroper Straße ist der VfL eine andere Mannschaft. Das liegt offenbar auch an der Stimmung im Ruhrstadion und dem Rückenwind, den die Spieler von begeisterten Fans für ihren neuen, mutigeren Fußball bekommen.

„Das ganze Stadion ist einfach überragend“, freute sich Mittelfeldspieler Kevin Stöger über die Reaktionen auf allen vier Rängen nach dem 2:1 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach. „Bochum hat den Sieg durch Leidenschaft und Emotion verdient“, sagte sogar gegnerischer Trainer Daniel Farke anerkennend. Und Christoph Kramer aus Gladbach, der einst für Bochum spielte, formulierte es so: „Bochum, Flutlicht – und wenn das Stadion reinkommt, weiß man, was los ist.“

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Die WM-Pause kommt gerade recht, damit Letsch endlich seinen Fußball spielen kann

Das scheint eine plausible Erklärung für das Bochumer Mysterium zu sein. 0:4 in Leipzig, 1:4 in Stuttgart, 0:4 in Wolfsburg und 0:3 in Dortmund – das waren die letzten Auswärtsergebnisse. Aber zu Hause: 3:0 gegen Frankfurt im Achtelfinale der Champions League, 2:1 gegen damals Tabellenführer Union Berlin und jetzt 2:1 gegen Gladbach. Der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsergebnissen ist frappierend. „Ich kann es mir nicht wirklich erklären“, sagte VfL-Mittelstürmer und 2:0-Stürmer Philipp Hofmann. Der Trainer stimmte zu: “Es ist schwer zu erklären!” Thomas Letsch will darüber sowieso nicht im Detail sprechen, denn: „Je mehr man darüber redet, desto größer wird diese Geschichte.“ Und dann droht bei Auswärtsspielen alles zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden.

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Ende September trat der 54-jährige Schwabe Letsch, einst Trainingsleiter bei RB Salzburg und zuletzt Trainer bei Vitesse Arnheim, sein Amt in Bochum an. Er schlug dem VfL ein aggressiveres Pressing und Tempospiel vor. Das ging beim Auftakt in Leipzig gewaltig schief und in den nächsten Auswärtsspielen war der Einbruch riesig. Aber zu Hause, vor den Fans im aufregenden Retro-Stadion mit antiken Lichtmasten, praktizierten die Bochumer den Fußball des neuen Trainers viel erfolgreicher. „Dieses Stadion wird unglaublich, wenn das Spiel am besten ist“, sagt Letsch. Und genau das war das Spiel gegen Gladbach: Er zeigte auf den Knopf.

Die enthusiastische Stimmung kann sich sogar auf die festen Entscheidungen des Schiedsrichters auswirken, da die Rücknahme des Gladbacher 2:2-Ausgleichs acht Minuten vor dem Ende – nach einer sehr komplexen Abseitssituation mit dem Bochumer Bein noch im Ballbesitz – verdächtig aussah. Gladbach-Trainer Farke betonte, er freue sich für den „lieben Verein VfL Bochum“, bezeichnete die Leistung von Schiedsrichter Daniel Schlager und seinen Assistenten aber als „unterirdisch“.

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Am Samstag gastieren die Bochumer zum letzten Spiel vor der Winterpause beim FC Augsburg. Dann wollen sie im Ausland spielen, wie sie zu Hause spielen. „Es wird Zeit für die ersten Auswärtspunkte“, sagt Stöger. Letsch freut sich derweil auf die zweimonatige Saisonpause. Bisher hatte er keine Gelegenheit, mehr Zeit mit der Mannschaft zu verbringen und seinen Fußball zu proben. “Ich bin jetzt nicht unglücklich, weil es eine Weltmeisterschaft ist”, sagt er, “ich bin jetzt froh, dass wir uns richtig vorbereitet haben.”

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