Was Christian Zimmer als Deutschland-Chef von Teads vorhat – ADZINE

ADZINE: Hallo Christen, ihr habt gerade mit dem Deutschlandgeschäft von Teads begonnen. Wie haben Sie die ersten Tage im Unternehmen verbracht? Konntest du schon etwas casten oder sind wir noch zu früh zu fragen?

Christian Zimmer: Wenn man anfängt, will man von der ersten Minute an auf Touren kommen. Aber natürlich muss man sich die Zeit nehmen, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern auch in die Tiefe zu gehen. Die ersten Wochen waren ein sehr intensiver Lernprozess und mit Blick auf das Jahr 2023 haben wir tatsächlich die ersten Projekte gestartet. Da ging es schon um strategische Entscheidungen, Preis oder Produktportfolio. Zum Beispiel: Welche der globalen Produkte können wir kurz- bis mittelfristig in Deutschland umsetzen?

ADZINE: Wirtschaftsprognosen sind nicht ganz zutreffend. Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Markt aufgrund einer deutlichen Rezession entwickeln?

Zimmer: Wir schauen alle ein bisschen zu weit in die Kristallkugel. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Planung und Forecasting, wie wir es früher gemacht haben, obsolet geworden sind. Die Marktentwicklung war in den letzten Jahren uneinheitlich, teilweise aufgrund von Covid.

Der Werbemarkt wird schrumpfen, die Frage ist, was das für einzelne Partner oder Medien bedeutet. Wenn Sie als Partner geschäftsrelevante Ergebnisse liefern können, haben Sie gute Chancen, auch in einem rückläufigen Markt eine relevante Rolle zu spielen. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir in dem erwarteten herausfordernden Marktumfeld wachsen können.

ADZINE: Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage sinken wird. Welche Anregungen können Sie dem Markt geben?

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Zimmer: Sie müssen weg von KPIs, die nur reine Medienaktionen anzeigen, hin zu KPIs, die ROAS für Kunden anzeigen. So werden Sie zum Geschäftspartner und nicht nur zum Werbeträger. Wir müssen KPIs finden, die den Erfolg des Unternehmens des Kunden messen. Dabei spielt die Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle. Auch Nachhaltigkeit sehen wir als großen Faktor. Wir möchten in der Lage sein, den CO2-Fußabdruck der Kampagnen unserer Kunden zu identifizieren und entsprechend zu reduzieren.

ADZINE: Konzentrieren wir uns. Sie haben einen Hintergrund als Supervisor und bringen Agenturkenntnisse mit. Da ist das Thema KPI also genau richtig für Sie. Wie misst man den Fokus?

Zimmer: Wir sind dabei, eine vorhersagbare Skala zu definieren. Mit Adelaide, Lumen und Realeyes setzen wir dafür auf Eyetracking.

Zunächst nutzen wir Eyetracking im Vorfeld in unserem Studio zur kreativen Optimierung und gleichen dann die optimierten Werbemittel im Rahmen von A/B-Tests mit den Originalen ab. Zweitens messen wir Live-Kampagnen, um den Lumen-Index von „fokussierten Sekunden pro 1.000 Impressionen“ zu ermitteln. Abschließend sollen die Kosten pro Aufmerksamkeitssekunde ersichtlich sein, die mit den Parametern verglichen werden können. Drittens konzentrieren wir uns mit Unterstützung von Drittanbietern wie Dynata oder Iri auf Metriken wie Markenbindung oder Umsatz.

ADZINE: Es sieht so aus, als müssten zuerst einige Nachforschungen angestellt werden. Beim Eyetracking tragen Menschen spezielle Brillen, um zu messen, wie viel Aufmerksamkeit eine Anzeige erhält. Wie kommt man ohne aufwändige Recherche aus?

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Zimmer: Bei Umfragen wird eine Datenbasis erhoben, um die Parameter zu finden, mit denen bestimmte Ziele erreicht werden können. Also bauen wir diese Grundlage auf, um daraus zu lernen. Schließlich hilft dies, personalisierte Werbemittel anhand von Vorhersagen darüber zu optimieren.

ADZINE: Apropos Daten – liegt das Problem der Datenarmut, das in Zukunft noch deutlicher werden wird, in Ihren Händen oder kämpfen Sie selbst damit?

Zimmer: Daten von Drittanbietern sind weniger verfügbar, aber am Ende des Tages sind wir mit Daten von Erstanbietern oder gemeinsam eingegebenen Daten gut informiert. Es geht vielmehr darum, wie hochwertig man diese Daten integrieren kann, um genug zu bekommen. Durch die direkte Integration mit fast allen Premium-Publisher in Deutschland können wir aus dem vollen Umfang liefern. Mit einer KI-gestützten semantischen Analyse haben wir genügend Signale, um jede Kundengruppe gezielt ansprechen zu können.

ADZINE: Ich möchte einen Schritt zurücktreten. Auch sehr große digitale Giganten stoßen mit ihrer Wachstumsstrategie mittlerweile an ihre Grenzen. Wo sehen Sie noch Raum für Wachstum in Ihrem Unternehmen?

Zimmer: Vor allem in unserem klassischen Outstream-Geschäft, das zumindest in Deutschland sehr hohes Wachstumspotenzial hat. Wir haben ein sehr hochwertiges Publisher-Portfolio, das die Markensicherheit gewährleistet. Daher können wir die Qualität des Werbeumfelds immer positiv bewerten. Deshalb sind wir besser aufgestellt als viele unserer Wettbewerber.

Contact TV (CTV) ist eine weitere logische Weiterentwicklung unseres Outdoor-Bereichs, in dem wir ein Portfolio von Sendern aufbauen wollen, um weiter von Outdoor zu Omnichannel zu gehen. Wir sehen aber auch Retail Media als Wachstumschance.

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ADZINE: Warum Handelsmedien?

Zimmer: Allein mit unserem Publisher-Portfolio decken wir 98 Prozent der Nutzer in Deutschland ab. Wenn Sie hier Signale von Händlern wie Warenkorbabbruch oder Produktsuche hinzufügen und relevante Personen mit Marketing-Anzeigen ansprechen, sind wir aufgrund unserer Reichweite ein attraktiver Partner für Händler.

ADZINE: Würden Sie sagen, dass Einzelhändler Sie erneut ansprechen sollten?

Zimmer: Verkäufern stellen wir technische Lösungen zur Verfügung, mit denen sie ihren Verkauf direkt fördern können – zum Beispiel durch Marketing-Anzeigen. Darüber hinaus liefern wir dem Remarketing durch die Datenintegration mehr Informationen und können dem Absatzmarkt zusätzliche Signale liefern.

ADZINE: Was ist Ihr Hauptziel, um zuerst mit Teads zu sprechen?

Zimmer: Wir wollen näher an unseren Kunden, Mediaagenturen, sein. Wir starten also mit einem Vertriebsteam in Düsseldorf. Eine große Herausforderung wird daher die Integration eines neu eingestellten Teams in die Teads-Familie und der Betrieb unseres Geschäfts an zwei deutschen Standorten sein. Das Team in Düsseldorf ist stark vertrieblich fokussiert, aber wir versuchen dort auch die Bereiche Ad Ops und Data aufzubauen.

ADZINE: Wohin geht die Teads-Reise unter Ihrer Führung in Deutschland 2023?

Zimmer: Wir werden erwachsen. Wir verstehen uns seit jeher als Innovationstreiber und Premiumpartner für Mediaagenturen, Werbetreibende und Verlage. Durch die Entwicklung von Qualitätsmetriken, unseren cookiefreien Kontext- und Zielgruppenlösungen und die Fokussierung auf Nachhaltigkeit in der Werbebranche werden wir unsere Position als relevanter Akteur ausbauen.

ADZINE: Das klingt nach einem guten Plan, viel Glück Christian!



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